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Römisch-katholische Parochialkirche St. Franziskus in Groß-Kikinda

 

Seine Zustimmung zum Kirchenbau in Groß-Kikinda versicherte Franz I. Kaiser von Österreich dem damaligen Pastor Cornelius Fejes, als er 1808 einen Besuch in Kikinda erstattete. Bereits in demselben Jahr begannen die vom Fiskus finanzierten Bauarbeiten an der Kirche, die vier Jahre lang dauerten. Die Kirche wurde am 5. Juni 1812 zu Ehren von Franziskus von Assisi geweiht. Mit der Kirchenweihe wurde der Dechant Imre Bukovits vom Suffragan beauftragt. Die Kirche selbst ist überwölbt, sie ist schön und geräumig. Ihre an die Katakomben erinnernden Haltebogen rufen einem die Zeiten der altrömischen Christenverfolgungen ins Gedächtnis wach.

Sie verfügt über eine Sakristei, über der es einen Gebetssaal gibt, einen Chor, vier Altäre, eine Kanzel und einen Taufstein. Der Kirchturm ist schön, er ist 43 Meter hoch und ist mit Verzierungen versehen. Die Gläubigen der Stadt Kikinda haben sich 1820 aus Budapest vier Kirchenglocken besorgt. Die gröβte von ihnen war 1303 Pfund schwer, die zweitgröβte 734, die dritte 422 und die vierte Glocke 104. Die Glockenweihe wurde am 06. Mai 1820 von László Kőszeghi, dem hochgeehrten Bischof vom Tschanader Bistum vorgenommen.

1834 erhält die Kirche eine Kirchturmuhr. Sie wurde von der Zivilbehörde besorgt, die auch die Wartung der Turmuhr auf sich übernahm.

Der Erzdechant Karl Dr. Littahorszky verewigte sein Andenken in Groß-Kikinda indem er an die Wände der Parochialkirche schöne Fresken malen und die Altarornamente restaurieren lieβ. Zu Beginn des Jahres 1900 zählt die katholische Gemeinde 8.500 Seelen. Die St. Franziskus-Kirche erwies sich bald als zu eng. Die Ausarbeitung neuer Baupläne für eine geräumigere Kirche wurde bereits in Aussicht gestellt, als der I. Weltkrieg die Verwirklichung dieses Vorhabens durchkreuzte: mit der Absicht aus ihnen Kanonen zu gieβen wurden sogar die bestehenden Kirchenglocken abtransportiert. Inmitten zahlreichen Schwierigkeiten, die die damaligen politischen Veränderungen mit sich brachten, ist es der Kirche trotzdem gelungen sich 1925 vier neue Kirchenglocken zu besorgen, die zueinander in klanglichen Harmonie standen ( sie erklingen in klarem Es-Dur ). Die einzige, noch bestehende alte Glocke wurde nach Sajan [Dorf in der Nähe von Kikinda] hingebracht.

Zu Beginn der 30er Jahre bekam die Kirche einen erhöhten Kirchturm und gleichzeitig wurden auch andere Restaurierungsarbeiten an der Kirche vorgenommen: die Chorempore wurde ausgeweitet. Der sein Diplom in Budapest erworbene Akademiemaler László Kéri malte 1936 das Innere der Kirche auf kunstvolle Art aus. Zu seinen vier Deckengemälden hat er die Themen dem Evangelium entnommen:

-          Das letzte Abendmahl Jesu  (ist im Altarraum zu sehen )

-          Die wunderbare Brotvermehrung

-          Die Bergpredigt

-          Jesus der Kinderfreund

Seit 1982 ist die Kirche und das Pfarrhaus am Fernwärmesystem derStadt angeschlossen. 1985 wurde das Kircheninnere von Veljko Ambrosic, dem Kirchenmaler aus Sombor ausgemalt. Von ihm wurde auch die Deckengemälde restauriert. Miklós Tamás Gyuris versah die Glocken mit elektrischem Antrieb. Die Auβenrenovierung der Kirche wurde 1989 durchgeführt. Da uns die örtliche Dachziegelfabrik eine Gefälligkeit erwiesen hatte, konnte unsere Kirche ein neues Dach bekommen.

Der Altarraum:  Auf dem Hauptaltar ist das Bild des Franziskus von Assisi zu sehen, das die Priester des Franziskanerordens wachruft, die aus den Siebenbürgen herkamen um nach der Osmanenherrschaft die Gläubigen zu sammeln. St. Franziskus ist der Schutzheilige unserer Kirche. Das Kirchenweihfest [ banatschwäbisch : Kerweih] wird jährlich am 04. Oktober gefeiert. Der Erzengel St. Michael nimmt auf der linken, während St. Teresa von Ávila auf der rechten Altarseite ihren Platz. Im Altarraum ist die lebensgröβe Herz-Jesu-Statue und die Figur des unbefleckten Herzens Mariens zu finden.

Das Kirchenschiff: Es gibt zwei Nebenaltäre im Kirchenschiff: den Altar mit dem Altarbild des Heiligen Johannes von Nepomuk und den Altar der heiligen Maria. In der Kirche ist daneben die Statue des gepeitschten Jesu zu finden, 15 Kreuzwegstationen an den Wänden sowie die imposante Statue des heiligen Joseph. Nicht weit vom Eingang fanden zwei Beichtstühle ihren Platz. Im Raum unter dem Chor befindet sich der Prager Jesulein-Altar sowie die Kapelle mit dem Jesus-Grab. Die Statue von St. Antonius von Padua findet ebenfalls hier ihren Platz.

Die Kirche ist der Ort, an dem der Gläubige Kontakt mit dem Gott herstellt, der für ihn Verkörperung einer höheren Geisteswelt darstellt. Die Kirche bleibt ein ewiger Ort der Kontaktherstellung dieser Art nicht nur für den Einzelnen sondern auch für die ganze, fromme Gemeinschaft.

Die Kirche als Gemeinschaft ist ein Werkzeug Gottes, das den Menschen formt und ihn erzieht damit er irgendwann mal zu einer vollkommeneren Stufe, zu einer überirdischen Kultur gelangt wo er das ewige Leben und seine Seligkeit zu finden vermag.
Die unzähligen Kirchen, Heiligenbilder und Statuen erinnern uns daran, daβ der Mensch auf diesem Planeten nicht allein dasteht.

aus dem Ungarischen übersetzt von:

Attila Varga

 

Budapest, den 12. 11. 2013

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